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Recycling

Mit dem Begriff Recycling bzw. Rezyklierung wird der Vorgang bezeichnet, bei dem aus Abfall ein Sekundärrohstoff wird.

1. Geschichte
2. Abfälle in der Schweiz
3. Politische Ziele des Recycling
4. Downcycling und Upcycling


1. Geschichte
Bereits in der europäischen Antike war die gesellschaftliche Bedeutung der Müllverwertung bekannt und in den Wirtschaftskreislauf integriert. In der damals grössten Stadt der Welt, in Rom, wurden die Exkremente eingesammelt und den Bauern im Umland verkauft: „Geld stinkt nicht“, war die Erkenntnis des Kaisers Vespasian. In grösseren Städten gehörten Kloaken zum Lebensstandard.

Später waren es Lumpensammler und Händler, die sich um das Einsammeln, Sortieren und Weiterleiten von Abfällen kümmerten. Im Mittelalter verfiel diese Organisation grösstenteils - Exkremente wurden teilweise einfach nur auf die Strasse gekippt. Auch Leonardo da Vinci erkannte die Notwendigkeit einer sauberen Stadt und organisierte in Mailand eine Müllabfuhr und liess Kanäle für Transportkähne zur Abfallbeseitigung bauen. Vor der Industrialisierung bestand der Müll hauptsächlich aus den Exkrementen von Menschen und Tieren, aus Lebensmittelabfällen, Ton- oder Glasscherben und wahrscheinlich auch Asche von den Feuerstellen. Die „Wegwerf-Mentalität“ der Industriezeit existierte aufgrund des Mangels an Gütern wie leeren Flaschen, gebrauchten Holz- oder Metallgegenständen und ähnlichen nicht. Es war selbstverständlich, diese Gegenstände weiter zu verwerten. Aus Lebensmittelabfall wurde Haustierfutter, aus Knochen und Haaren wurden nützliche Dinge. Holz- und Papierabfälle verheizte man und Metallteile wurden sowieso eingeschmolzen oder umgeschmiedet.

Mit der Industrialisierung veränderte sich auch Menge und Zusammenstellung des Mülls, so dass in London erste „Kehrichtöfen“ entstanden, später auch die ersten Deponien. Als die Menschen nach den Weltkriegen zu immer mehr Wohlstand gelangten und sich auch Luxusgütern leisten konnten, zu denen auch eine aufwendigere Verpackung gehörte (Flaschen, Alufolie, Frischhaltebeutel, Blechdosen, Kunststoffflaschen), standen die Industrieländer vor einem akuten Müllnotstand. Ein normaler Haushalt, der vor 150 Jahren mit etwa 150 Dingen auskam, benötigte nun mehr als 20.000 Gegenstände, vom Zahnstocher bis zum Haarfestiger, etc.

Umweltschutz und Abfallvermeidung wurden zum offiziellen Aufgabengebiet des Staates erklärt. Prinzipiell ging es nicht mehr um Kapazitätsfragen von Deponien, sondern darum, ob es nicht sinnvoller ist, Müll zu vermeiden, wenn nicht möglich, ihn zu verwerten (recyceln), und erst wenn dies nicht möglich ist, ihn zu deponieren.

Im Laufe dieser Jahrzehnte wurden in allen Industrieländern Ministerien für Umweltschutz etabliert, zu deren Aufgabenbereich zumeist auch die staatliche Aufsicht über das Abfallsystem gehört.

In der Schweiz und anderen Ländern in Europa wurde die Verwertung der menschlichen Abfallprodukte auf die politische Agenda gesetzt. So steht in der Bundesverfassung der Schweiz:
Bund und Kantone streben ein auf Dauer ausgewogenes Verhältnis zwischen der Natur und ihrer Erneuerungsfähigkeit einerseits und ihrer Beanspruchung durch den Menschen anderseits an. Der Bund erlässt Vorschriften über den Schutz des Menschen und seiner natürlichen Umwelt vor schädlichen oder lästigen Einwirkungen.
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2. Abfälle in der Schweiz
Die Schweiz erreicht heute sowohl im Investitions- wie im Konsumgüterbereich beachtliche Recycling-Quoten. So gilt das Land beim Rücklauf von Alu-Dosen mit einer Quote deutlich über 90 % als „Weltmeister“. Der Rücklauf von Glas, der rund 95% beträgt, lässt sich kaum mehr gross steigern. Bei anderen Erzeugnissen wie Papier und Karton (79%), PET (78%) sowie Batterien (65%) könnten die Sammelquoten hingegen noch verbessert werden.

Stoffe, Abfälle und Strahlung - Recycling : Abfallverwertung Haushalt und Gewerbe

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Quelle: Bundesamt für Umwelt

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3. Politische Ziele des Recycling
  1. Abfallvermeidung: hierzu gehört unter anderem auch das Verbot von umweltgefährdenden Stoffen wie z. B. PCB, FCKW etc.
  2. Wiederverwendung: das heisst eine erneute Nutzung des Guts wie z. B. Pfandflasche, Second-Hand-Use etc.
  3. Recycling durch stoffliche Verwertung: definierte Abfallstoffströme oder Teile davon werden aufbereitet, um vermarktungsfähige Sekundärrohstoffe wieder zu gewinnen. Dazu werden grosstechnisch heute überwiegend mechanische oder biologische Verfahren verwendet.
  4. Recycling durch energetische Verwertung: die Stoffe werden verbrannt oder vergast, jedoch mit dem alleinigen Ziel der Energiegewinnung.
  5. Andere Formen der Verwertung
  6. Deponieren
Herausforderungen
  1. Bevölkerungswachstum und steigende Wirtschaftskraft
  2. Abfallanfall und Bautätigkeit
  3. Mehr Siedlungsabfälle und Steigerung der Separatsammlungen
  4. Weniger Schadstoffe aus Kehrichtverbrennungsanlagen in der Luft
  5. Massnahmen: Bessere Separatsammlungen und verursachergerechte Finanzierung
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4. Downcycling und Upcycling
Ein möglicher Nachteil von beispielsweise Kunststoff, Glas oder Stahl ist, dass – bei vertretbarem Aufwand – das Material nicht mehr die ursprüngliche Qualität bzw. Verarbeitbarkeit erreicht wie bei der Primärherstellung vor dem Recyclingprozess. Diese Abwertung wird auch als Downcycling bezeichnet, während beim Upcycling aus Abfallstoffen eines Prozesses hochwertigere Produkte hergestellt werden können. Reststoffe, die während des Recyclingvorganges bestimmter organischer Materialien anfallen, werden Spuckstoffe genannt.

Daneben ist auch zu beachten, dass die Wiederverwendung von Gegenständen dem Recycling vorzuziehen ist, da der Energieaufwand geringer ist.

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Früher oder später landet jedes Konsumprodukt im Müll. Die Schweiz verfügt im Abfallbereich über hohe Entsorgungsstandards und eine leistungsfähige Infrastruktur sowie klare gesetzliche Bestimmungen.
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